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Dr. Theo Mechtenberg wird mit dem Lothar-Kreyssig-Friedenspreis des Ev. Kirchenkreises Magdeburg geehrt PDF Drucken E-Mail

Theo Mechtenberg aus Bad Oeynhausen ist am Samstag in Magdeburg mit dem Lothar-Kreyssig-Friedenspreis ausgezeichnet worden. Der katholische Theologe und Publizist setzte sich jahrelang für deusch-polnische Beziehungen ein.

Mechtenberg erhielt die Ehrung von der gleichnamigen Stiftung des Evangelischen Kirchenkreises Magdeburg für sein über 50-jähriges Wirken für die deutsch-polnische Versöhnung und Verständigung. Die Preisverleihung fand in der Magdeburger Johanniskirche statt.

Der Sozialethiker Theo Mechtenberg (Jg. 1928) war überzeugt, dass der Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe zur Versöhnung vom Herbst 1965 kein Papier bleiben darf. Gemeinsam mit dem Magdeburger Günter Särchen, Aktion Sühnezeichen-Partner von Lothar Kreyssig, suchte er nach praktischen Wegen für Begegnungen in Polen, die von der aufrichtigen Bitte um Vergebung und vom Geist der Versöhnung getragen sind. Er organisierte mit Studenten „illegale“ Fahrten nach Polen, nachdem die DDR-Führung „Pilgerfahrten“ von Aktion Sühnezeichen verboten hatte. Mit Hilfe polnischer Freunde kam es zu Arbeitseinsätzen im ehemaligen KZ Majdanek bei Lublin, im nationalen Blindenzentrum Laski bei Warschau und auf der Baustelle der Kirche von Nowa Huta bei Krakau. Das Thema Versöhnung mit Polen sollte ihn fortan nicht mehr loslassen.

In Polen, wo Theo Mechtenberg ab 1971 lebte, heiratete und an der Universität Breslau mit einem germanistischen Thema promovierte, baute er enge Kontakte zu den Klubs katholischer Intelligenz (KIK) in Breslau und Warschau auf, die bis heute halten, ebenso zur „Znak-Gruppe“ um Tadeusz Mazowiecki, den späteren Ministerpräsidenten Polens. Mehrere Jahre arbeitet er in der Redaktion der renommierten Wochenzeitung „Tygodnik Powszechny“ in Krakau mit.

Am Gesamteuropäischen Studienwerk e.V. in Vlotho/NRW war Mechtenberg von 1979 bis 1993 als Dozent für Deutsch-Polnische Beziehungen tätig, ab 1994 als dessen Vorsitzender. Die Gründungsphase der „Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung e.V.“ im polnischen Krzyzowa hat er konzeptionell begleitet und beraten, viele Jahre war er Mitglied des Vorstandes und der Europäischen Akademie Kreisau. Die Republik Polen ehrte ihn 2001 mit dem Kavalierskreuz des Verdienstordens Polens.